Getaktete Systeme und Bandsysteme: ROVI und LIVI
Manche Bauteile lassen sich nicht auf einem Glasteller prüfen. Entweder weil die kritische Prüfstelle nur aus einem bestimmten Winkel sichtbar wird, oder weil das Teil bei einem ungünstigen Verhältnis von Höhe zu Breite keinen sicheren Stand hat. In beiden Fällen führt ein Transportsystem jedes Teil einzeln unter die Sensoren: ROVI über einen Rundtakttisch oder ein Längstransfersystem, LIVI über ein Förderband.
Ihre Vorteile in der Produktion
ROVI
15 bis 100 mm
Teilegröße
Bis 1.800
Teile pro Stunde
ab 2 Sekunden je Teil
ab ± 1 µm
Messgenauigkeit
Bis zu 9
Oberflächensensor-Stationen
LIVI
Bis 22.000
Teile pro Stunde
OD 3 bis 8 mm
Teilegröße
CS bis 2 mm
± 1 µm
Messgenauigkeit
Bis zu 6
Sensoreinheiten
ROVI
Das Teil wird positioniert.

ROVI ist ein Werkstückumlaufsystem. Ein Rundtakttisch oder ein Längstransfersystem nimmt jedes Teil einzeln auf und positioniert es vor oder unter den Sensoren. Ergänzend kommen Greifroboter zum Einsatz.
Weil das Teil gehalten wird, lässt es sich auch verformen. Dichtungen werden gedehnt oder gequetscht, damit ein Riss sichtbar wird, der im entspannten Zustand geschlossen bleibt. Ebenso lassen sich Gewinde, Dichtbereiche, Zahnflanken oder ein Hinterschnitt in hoher Auflösung oder abzeilend erfassen, also aus dem Winkel, den die Prüfstelle verlangt.
Das Handling ist auf Schonung ausgelegt, damit in der Prüfung kein Schaden am Teil entsteht.
LIVI
Das Teil bleibt liegen.

LIVI führt die Prüflinge auf stabilen Bändern unter den Mess- und Oberflächensensoren hindurch. Das Band trägt auch Teile, die auf einem Glasteller kippen würden, etwa Kleinstteile oder Bauteile mit ungünstigem Verhältnis von Höhe zu Breite.
Im Vordergrund stehen dabei Oberflächen- und Gewindefehler, die Maßhaltigkeit wird mitgeprüft. Für eine allseitige Beurteilung wendet eine Station das Teil im Prüfablauf um 180 Grad.
Was geprüft wird
Maßhaltigkeit sowie Form- und Lagetoleranzen. Defekte an Stirn-, Seiten- und Mantelflächen. Gewinde.
Materialien
Der Systemaufbau im Detail
Zuführung
Vereinzelung vollautomatisch, etwa über Steig- oder Vibrationswendelförderer
Bunker
bei ROVI ab 30 l Fassungsvermögen, für längere Autonomiezeiten.
Transport
Rundtakttisch oder Längstransfersystem bei ROVI, Förderband bei LIVI.
Optische Prüfung
hochauflösende Aufnahmen für Maßhaltigkeit, Oberfläche, Form- und Lagetoleranzen, Gewinde.
Teilewendung
bei LIVI.02 wendet eine Station das Teil im Prüfablauf.
Sortierung
Ausblasung oder Paddel in Behälter, bei LIVI in bis zu 3 Sortierkanäle, statistisch erfasst im Gesamt- und im Sensorergebnis.
Technische Daten – ROVI
| ROVI | |
|---|---|
| Bauart | Rundtaktsystem mit Verformungstechnik |
| Abmessungen ohne Zuführung (L × B × H) | ca. 220 × 1200 × 2260 mm |
| Stromversorgung | 3/N/PE 400 V, 50 Hz, 16 A |
| Druckluft | 6 bis 10 bar |
| Durchsatz | ab 2 Sekunden je Teil, bis 1.800 Teile/h |
| Anzahl Oberflächensensoren | bis zu 9 Stationen |
| Verstellung Sensoreinheiten | manuell oder automatisch |
| Teilegröße Standard | 15 bis 100 mm |
| Messgenauigkeit | ab ± 1 µm |
| Schnittstellen (optional) | BDE, SPC, OPC-UA |
| Bildverarbeitung | NELA VisionCheck |
Technische Daten – LIVI
| LIVI | |
|---|---|
| Bauart | Bandsystem mit optionaler Wendestation |
| Durchsatz | bis 22.000 Teile/h |
| Anzahl Sensoreinheiten | bis zu 6 |
| Teilegröße | OD 3 bis 8 mm, CS bis 2 mm |
| Messgenauigkeit | ± 1 µm |
| Sortierung | bis zu 3 Sortierkanäle |
| Bildverarbeitung | NELA VisionCheck |
Varianten
- LIVI.01: kontinuierliches Durchlaufen an den Prüfstationen.
- LIVI.02: Prüfung mit Wendestation für beide Bauteilseiten.
Einsatzbereiche
Elastische Bauteile
Dichtungen und Elastomerteile, bei denen ein Riss erst unter Dehnung oder Druck sichtbar wird.
Schwer zugängliche Prüfstellen
Gewinde, Dichtbereiche, Zahnflanken und Hinterschnitte, die einen definierten Blickwinkel brauchen.
Kleinstteile ohne sicheren Stand
Bauteile ab 3 mm, die auf einem Glasteller kippen würden.
Optionen und Sonderlösungen
Bei ROVI stehen je nach Teileigenschaft Rundtakttische oder Längstransfersysteme zur Verfügung, ergänzt um Greifroboter und um Dehnung oder Quetschung für elastische Teile. Die Absortierung erfolgt kundenspezifisch über Ausblasung oder Paddel in Behälter. Beide Systeme lassen sich an kundenseitige Systeme anbinden, etwa an Verpackungsmaschinen. Der Systemaufbau ist geschlossen ausgeführt.
Bildverarbeitung mit NELA VisionCheck
Die Auswertung läuft in VisionCheck. Dort werden die Prüfprogramme anwendungsbezogen aufgebaut, dort laufen die Ergebnisse der Sensorstationen zusammen, und dort liegt zu jedem Teil die dokumentierte Entscheidung.

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Oliver Haunschild
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