Kunststoff, Elastomer und Silikon: Maß und Oberfläche in einem Durchlauf

Serienteile aus Elastomer, Kunststoff oder Silikon lassen sich mit den optischen Prüf- und Sortiersystemen von NELA dimensional und auf Oberflächendefekte prüfen. Je nach Form, Größe, Materialeigenschaften und Prüfanforderungen entsteht daraus eine maßgeschneiderte Lösung, für O-Ringe unter anderem nach DIN ISO 3601-3.

Weiche Teile, glänzende Oberflächen, hohe Stückzahlen

Bei der automatischen optischen Prüfung werden Ihre Produkte in einem Durchlauf auf Maßhaltigkeit und auf Unregelmäßigkeiten und Defekte der Oberfläche geprüft. Je nach Anwendungsfall stehen Glasteller- und bandbasierte Prüfplattformen zur Auswahl, bei Bedarf kombiniert mit Roboterhandling oder anderen Sondermaschinen-Konzepten. Geprüft werden Präzisions-Formteile, Wellendichtringe, Stopfen, O-Ringe und weitere Serienteile aus Elastomer, Kunststoff und Silikon.

  • 100-%-Kontrolle statt Stichprobe

    Jedes Bauteil wird auf die zuvor definierten Merkmale geprüft, nicht nur eine Auswahl aus der Charge.

  • Hohe Durchsätze

    Bis zu 600 Teile pro Minute, je nach System und Bauteil.

  • Schonendes Teilehandling

    Die Prüfung erfolgt zerstörungsfrei und berührungslos. Weiche und elastische Teile behalten dabei ihr Maß.

  • Dokumentierte Qualität

    Reproduzierbare Prüfergebnisse mit Anbindung an BDE, Statistical Process Control und OPC-UA.

Lässt sich Ihr Teil optisch prüfen?

Wir prüfen Ihr Teil im Technikum Lahr und sagen Ihnen, welche Merkmale sich automatisiert erfassen lassen und mit welchem System.

Parting Line: Unsichtbares sichtbar machen

Bei der Qualitätsprüfung von O-Ringen spielt die Parting Line am Innen- und Außendurchmesser eine wichtige Rolle. Dort treten häufig Defekte wie Grat, Einkerbungen, Einzugstellen oder raue Flächen auf, die durch Werkzeugtrennung, Beschädigungen der Werkzeugkante oder bei der Entgratung entstehen. Solche Defekte können zu Funktionsversagen von Baugruppen führen.

O-Ringe haben eine sehr glatte Oberfläche, die bei direkter Beleuchtung stark spiegelt. Speziell für diese Anwendung hat NELA einen Sensor mit Mehrebenen-Beleuchtung entwickelt: Reflexionen auf glänzenden Oberflächen werden weitestgehend vermieden, bei der Bildgebung entsteht eine homogen ausgeleuchtete Oberfläche. Einkerbungen, Einzugstellen und Löcher werden darauf zuverlässig gefunden.

Defekte, die mit herkömmlicher Beleuchtung praktisch unsichtbar wären, werden sichtbar.

Für Techniker

Für O-Ringe ist eine Prüfung nach DIN ISO 3601-3 möglich. Voraussetzung für eine 100-%-Kontrolle bei minimiertem Pseudoausschuss ist eine homogene Ausleuchtung im Bereich der Parting Line, damit die optischen Sensoren Oberflächendefekte überhaupt erkennen können. NELA setzt dafür den OUTside Sensor Gen. II mit Mehrebenen-Beleuchtung ein.

Geometrieprüfung und Oberflächenprüfverfahren

Dimensionale Prüfung

Prüfung sämtlicher sichtbaren geometrischen Merkmale wie z.B. Außen- und Innendurchmesser, Schnurstärke, Formabweichung und Versatz.

Prüfplattformen und Automatisierung

Je nach Bauteil, Geometrie und Durchsatz wird die Prüfzelle aus Prüfplattform, Zuführung, Handling und Absortierung zusammengestellt.

  • Glastellersysteme

    Hochpräzise 100-%-Inspektion von allen Seiten. Eine Wendung der Teile um 180 Grad ist im Prüfablauf möglich.

  • Getaktete Systeme

    ROVI erweitert die optische Inspektion mit individuellem Bauteilhandling um taktile Prüfungen, Rissprüfung oder 360-Grad-Rotation.

  • Bandsysteme

    LIVI prüft beidseitig und minimiert dabei die Zahl der Übergabeschnittstellen.

  • Zuführung

    Vollautomatische und teileschonende Zuführeinheiten wie Vibrationswendelförderer, Drehtische und Handlingsysteme, inklusive Bunkersystemen für hohe Autonomiezeiten.

  • Robotik und Sondermaschinen

    Für Prüfaufgaben, die über die modulbasierten Standardsysteme hinausgehen, etwa Roboterhandling für komplexe Prüfteile.

  • Absortierung und Verpackung

    Schonende Absortierung der Gut-Teile über Schächte oder Bänder in Linear- und Rundtaktchargierer oder Beutelverpacker. Eine Integration mit kundenseitig vorhandenen Anlagen ist möglich.

Schon gewusst? Die Bildverarbeitungssoftware NELA VisionCheck bietet die Möglichkeit, anwendungsbezogen individuelle Prüfprogramme zu erstellen. Im Zusammenspiel mit den Prüfplattformen entstehen daraus Prüfzellen für eine 100-%-Inspektion Ihrer Bauteile.

Werkstoffe und Bauteile

Die Prüfsysteme sind für Teile mit unterschiedlichen Größen, Geometrien und Materialeigenschaften geeignet. Fehlerkatalog und Prüfzonen legen unsere Applikationsingenieure gemeinsam mit Ihnen an Ihren Grenzmustern fest.

Werkstoffe

  • Elastomere
  • Kunststoffe
  • Silikonwerkstoffe
  • Verbundwerkstoffe

Bauteile (Auswahl)

  • O-Ringe
  • Wellendichtringe
  • Stopfen
  • Präzisions-Formteile
  • Elastomerteile
  • Kunststoffteile
  • Silikonteile
  • Verbundteile
  • Defekttypen (Auswahl)

    • Innen- bzw. Außendurchmesser
    • Schnurstärke
    • Formabweichung, Versatz
    • Grat, Wulst
    • Einkerbungen
    • Fließlinien
    • Fremdmaterial
  • Merkmale, die im selben Durchlauf erfasst werden

    • Oberflächen und Trennlinien
    • Abmaße einschließlich Form- und Lagetoleranzen
    • Höhe und Verformungsgrad bei Elastomeren
    • überstehendes Material
    • Stirn- und Mantelflächen auf Bauteilinhomogenitäten
    • Parting Line an Innen- und Außendurchmesser

Optische Prüfung von Elastomerteilen

Die Broschüre zeigt, welche Werkstoffe und Defekttypen sich an Elastomer-, Kunststoff- und Silikonteilen automatisiert prüfen lassen, welche Prüfplattformen dafür zur Verfügung stehen und wie Zuführung, Handling und Absortierung in die Prüfzelle eingebunden werden.

Die Software dahinter: NELA VisionCheck

Jede Prüfentscheidung wird automatisch protokolliert: mit Bild, Messwerten, Fehlerklasse, Zeitstempel und Maschinen-ID. VisionCheck erlaubt den Aufbau individueller Prüfprogramme und reduziert Pseudoausschuss durch adaptive Oberflächenalgorithmen. So entsteht eine lückenlose Qualitätsdokumentation, die Audits standhält und die Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette sicherstellt.

Auf Wunsch wird NELA VisionCheck durch ein leistungsstarkes KI-Modul ergänzt, welches Ihre Prüfung noch effizienter und flexibler macht.

  • Maximale Prozessruhe
  • Hoher Durchsatz

Glastellersystem (TAVI)

Ideal, wenn Sie sehr hohe Prüfanforderungen haben und dabei extrem stabil und sehr schnell prüfen wollen.

  • Hoher Durchsatz
  • Lange Autonomiezeit

Glasrutschensysteme (SKIVI)

Ideal für die optische Inspektion von länglichen, zylindrischen Serienteilen, die kontinuierlich geprüft und zuverlässig sortiert werden müssen.

  • Präzises Handling
  • Höchste Detailtiefe

Getaktete Systeme, Handlingsysteme (ROVI)

Für komplexe Teile, besonders anspruchsvolle Prüfstellen oder Situationen, in denen das Bauteil gezielt positioniert oder sogar verformt werden muss (z. B. elastische Teile).

  • Schnelle Integration
  • Klare Schnittstellen

Smart Sensorik

Die kompakten Sensoreinheiten aus Kamera und abgestimmter Beleuchtung lassen sich über gängige Standardschnittstellen in Ihr System integrieren und liefern sofort verwertbare Prüfergebnisse.

  • Prüfprogrammbasierte Logik
  • Modular

VisionCheck

VisionCheck ermöglicht den Aufbau individueller Prüfprogramme, reduziert Pseudoausschuss durch adaptive Oberflächenalgorithmen und integriert sich nahtlos in bestehende optische Prüfanlagen.

  • KI-basierte Logik
  • Retrofit-fähig

VisionCheckAI

Die VisionCheck.AI ergänzt klassische Bildverarbeitung um eine leistungsstarke KI-Komponente, erkennt feinste Defekte zuverlässig und lässt sich ohne Programmierkenntnisse für neue Bauteile einlernen.

Welche Fehlerklasse ist bei Ihnen die kritische?

Nennen Sie uns Werkstoff, Geometrie und Stückzahl. Daraus ergibt sich, welche Prüfplattform, welche Beleuchtung und welches Handling zu Ihrem Bauteil passen.