Eine Minute statt acht: der Plattenwechsel bei Krüger Druck & Verlag

Für eine neue Bogenoffset-Druckmaschine hat der familiengeführte Betrieb in Merzig seine Druckvorstufe durchgängig automatisiert. Belichtete Platten gehen in den NELA Plate Manager und verlassen ihn erst, wenn der Leitstand der Druckmaschine sie abruft. Angefasst wird dabei keine.

  • Bogenakzidenz
  • Kunde

    Krüger Druck & Verlag, Merzig im Saarland. Familiengeführter Druckbetrieb, Geschäftsführer ist Markus Weisgerber.

  • Segment

    Bogenakzidenzdruck. Die durchschnittliche Auflage je Druckauftrag liegt unter 5.000 Stück.

  • Anlass

    Investition in eine neue Bogenoffset-Druckmaschine im Jahr 2018. Die Druckvorstufe sollte die häufigen Plattenwechsel von Anfang an mittragen.

  • Anlage

    NELA Plate Manager als Plattenspeicher, angebunden an die CtP-Belichtung und über ein Transportsystem eines Drittanbieters an die Druckwerke.

  • Identifikation

    Barcode auf jeder Druckplatte. Die Software des Plate Manager hält fest, zu welchem Druckjob eine Platte gehört und in welchem Fach sie liegt.

Kurze Auflagen, viele Plattenwechsel

Krüger Druck & Verlag druckt im saarländischen Merzig, familiengeführt und im Bogenoffset. 2018 stand die Investition in eine neue Druckmaschine an. Die durchschnittliche Auflage je Druckauftrag liegt unter 5.000 Stück, entsprechend oft wechseln dort die Platten.

Für die Geschäftsleitung stand früh fest, dass eine Druckvorstufe ohne durchgängige Automatisierung dieses Tempo nicht mitgehen würde. Jede Platte, die jemand sucht, sortiert oder trägt, kostet Zeit an der Maschine. Bei kurzen Auflagen fällt dieser Aufwand nicht einmal am Tag an, sondern bei jedem Auftrag.

NELA saß deshalb von der ersten Planungsrunde an mit am Tisch, mit der Erfahrung aus Anlagen, die Druckplatten bis direkt an die Druckmaschine bringen.

Das Ziel: die Lücke zwischen Plattenherstellung und Druckwerk schließen.

Wie lange dauert bei Ihnen ein Plattenwechsel?

Schicken Sie uns Ihre Auflagenstruktur und die Zahl der Druckwerke. Wir melden uns mit einer ersten Einschätzung, welcher Grad an Automatisierung sich für Ihre Vorstufe rechnet.

Von der Belichtung bis ins Druckwerk ohne Handgriff

Die Druckvorstufe bei Krüger richtet sich nach der Belegung der Druckmaschine. Die Platten werden über CtP belichtet und wandern automatisch in den NELA Plate Manager. Dort bleiben sie, bis der Leitstand der Druckmaschine den Auftrag abruft. Ein Transportsystem eines Drittanbieters übernimmt sie am Speicher und bringt sie an das Druckwerk, für das sie belichtet wurden.

Der Speicher wartet auf den Leitstand

Belichtete Druckplatten lagert die Anlage automatisch im Plate Manager ein. Dort bleiben sie so lange, bis der Leitstand der Druckmaschine den passenden Auftrag abruft. Die Vorstufe arbeitet damit nach der Maschinenbelegung und nicht nach einem eigenen Plan.

Barcode statt Suchen

Jede Druckplatte wird über einen Barcode erkannt. Die von NELA entwickelte Software des Plate Manager weiß dadurch, zu welchem Druckjob eine Platte gehört und in welchem Fach sie liegt. Ausgelagert wird in der Reihenfolge, die Transportsystem und Druckmaschine brauchen.

Horizontal bewegt, ohne Berührung

Beim Ein- und Auslagern bewegt die Anlage die Druckplatten horizontal. Zwei Platten berühren sich dabei nie. Kratzer und Beschädigungen, die im Druckbild sichtbar würden, entstehen so gar nicht erst.

Übergabe bis ins Druckwerk

Am Speicher übernimmt ein Transportsystem eines Drittanbieters die ausgelagerten Platten und fährt sie an das richtige Druckwerk. Dort geht die Platte vollautomatisch an das Platteneinzugssystem der Druckmaschine über.

Was die Automatisierung im Betrieb verändert hat

1

Minute für einen Plattenwechsel

Vor der Automatisierung dauerte ein Wechsel im Durchschnitt 8 Minuten.

2

Planungsdurchläufe am Tag

Zuvor wurde die Produktion 5-mal täglich geplant.

5.000

Stück je Druckauftrag

Die durchschnittliche Auflage liegt darunter. Kurze Auflagen bedeuten viele Plattenwechsel.

Ein Plattenwechsel an der Druckmaschine dauert im Durchschnitt eine Minute, vorher waren es acht. Bei Auflagen unter 5.000 Stück je Auftrag entscheidet dieser Unterschied darüber, wie viele Aufträge an einem Tag über die Maschine laufen.

Möglich ist das, weil zwischen Belichter und Druckwerk kein Arbeitsschritt mehr auf einen Handgriff wartet. Die beteiligten Systeme sind vernetzt und in ihren Prozessschritten aufeinander abgestimmt, ein manueller Eingriff ist nirgends vorgesehen.

Zwischen Belichter und Druckwerk fasst niemand mehr eine Platte an.

Drei Systeme, eine durchgehende Strecke

Der Plate-Manager arbeitet bei Krüger mit dem Transportsystem eines Drittanbieters und mit dem Platteneinzug der Druckmaschine zusammen. Diese Schnittstellen abzustimmen, war Teil des Projekts, an dem NELA von der ersten Planungsrunde an beteiligt war.

Für die Anlage übernimmt NELA Wartung und Service, auf Wunsch über die Fernwartung.

Über die Installation bei Krüger Druck & Verlag ist am 15. Juli 2021 ein ausführlicher Artikel im Deutschen Drucker erschienen, Ausgabe 9/2021.

Die Anlage aus Sicht von Geschäftsführer Markus Weisgerber

  • Flexible Produktionsplanung

    Die Reihenfolge der Druckaufträge lässt sich bis zur letzten Minute ändern. Aufträge können vorgezogen oder nach hinten verschoben werden.

  • Spielraum bei Unwägbarkeiten

    Kommt im Tagesgeschäft etwas dazwischen, bleibt die Plattenlogistik davon unberührt. Die Platten liegen im Speicher und werden erst beim Abruf zum Satz zusammengestellt.

  • Weniger Aufwand in der Planung

    Statt 5-mal täglich wird die Produktion nur noch 2-mal täglich geplant.

  • Keine Stillstandzeiten an der Druckmaschine

    Die Druckmaschine ist voll ausgelastet. Durch den Plate Manager stehen immer vollständige Plattensätze bereit, die schnell und schonend in die Druckwerke gelangen.

  • Schnelle und häufige Plattenwechsel

    Die Durchschnittszeit für einen Plattenwechsel ist von 8 Minuten auf 1 Minute gesunken. Bei einer durchschnittlichen Auflage von unter 5.000 Stück je Druckauftrag ist das ein wichtiger Faktor, der ohne Automation nicht zu erreichen wäre.

Eingesetzte Systeme und passende Leistungen

Plattenautomation mit Plate On Demand

Der NELA Plate Manager speichert druckfertige Platten und gibt sie auf Abruf des Leitstands frei. Die Speichergröße wird je Druckerei ausgelegt.

Plattenlogistik im Bogenakzidenzdruck

Kurze Auflagen und viele Auftragswechsel stellen eigene Anforderungen an die Vorstufe. Was dafür an Speicher, Sortierung und Transport in Frage kommt.

Service und Fernwartung

Wartungspakete, Fernwartung und weltweiter Service für die Anlagen der Plattenlogistik.

Weitere Referenzen

Druckereien im Bogen-, Rollen- und Zeitungsdruck, die ihre Plattenlogistik mit NELA automatisiert haben.

Wo bleibt bei Ihnen die Platte zwischen Belichter und Druckwerk liegen?

Schicken Sie uns Ihre Eckdaten zu Plattenvolumen, Druckwerken und Auflagenstruktur. Wir melden uns mit einem Vorschlag, wie die Strecke bis ins Druckwerk bei Ihnen aussehen könnte.